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Die kleinen Gaunereien in Vietnam

Die kleinen Gaunereien in Vietnam

Bevor ich nach Vietnam gekommen bin, hatte ich schon von einigen Reisenden gehört, dass man hier auf der Hut sein muss. Überall wird getrickst, geschummelt und der westliche Tourist um sein Reisebudget gebracht. Ich habe hier eine feine Auswahl der Betrügereien zusammen getragen, die mir in den ersten Tagen in Hanoi, Vietnam passiert sind.

INFO: 3.10.2015 – Ein kleine Ergänzung zu diesem Blog Artikel. Die Firma SpeakStaff hatte mich angeschrieben, ob ich einen meiner Artikel vertont haben möchte. Gespannt reichte ich einen meiner liebsten Artikel ein und ich wurde ausgewählt, einer der 30 Glücklichen zu sein, deren Artikel vertont wird.

Hier kannst du nun das tolle Ergebnis anhören:

Mein Hotel – same same but different

Angefangen hat alles schon beim einchecken im Hotel. Ich hatte mir für die ersten 3 Nächte ein Hotel gebucht, damit ich ganz entspannt auf Wohnungssuche gehen konnte.
Das Hotel hatte super Bewertungen, der Preis war klasse und die Ausstattung versprach einige Highlights. Jackpot!

Voller Vorfreude betrat ich das Zimmer und war überrascht, wo die tollen Features abgeblieben waren, die in der Zimmerbeschreibung aufgezählt waren.
Wo war der versprochene Whirlpool geblieben?
Nach einem Monat lowbudget Backpacking in Laos, freute ich mich auf etwas Luxus und einer tollen Badewanne mit integriertem Sprudelbad. 🙂
Ein Fenster hatte das Zimmer auch nicht und es schlich sich das Gefühl ein, als hätte die Person beim einstellen der Hotelbeschreibung einfach bei allen zur Verfügung stehenden Features einen Haken gesetzt.

Gut. Bald bin ich hier sowieso raus…. dann erst mal was essen gehen …

Das erste Essen in Vietnam – versteckte Kosten

Erst einmal irrte ich die Straßen entlang. Ohne Orientierung und mit einer großen Erwartungshaltung, was mich so alles in der Stadt erwarten sollte.
Dann entdeckte ich ein sehr gut besuchtes Restaurant, welches ich mir näher anschauen wollte. Auf dem Menü suchte ich mir einen „Fried-Rice with Chicken“ heraus.

Ausser einem großen Teller mit „Fried Rice“ bekam ich noch ein Schälchen mit Erdnüssen und ein feuchtes Tuch für die Hände serviert.

Wie aus Laos gewohnt, freute ich mich über die nette, unerwartete Geste. Also Hände gewaschen, ein paar Erdnüsse gesnackt und den Reis gegessen.

Am Ende kam die Rechnung. Ich durfte, ausser dem schlechtesten „Fried Rice“ der Welt auch noch einen extra Betrag für das Tuch zahlen. Auch die Erdnüsse waren nicht umsonst.

Enttäuschung über die erste Mahlzeit machte sich breit und ich verließ mürrisch das Restaurant.

Keine kleinen Scheine – süßer Ersatz

Der vietnamesische Dong besitzt ganz schön große Banknoten. Man hebt hier ausschließlich im Millionen Bereich Geld ab und ein typischer Cafe mit Milch kostet zwischen 20.000 – 35.000 Dong.

Natürlich gibt es auch kleine Scheine. Das wären dann z.B. 1000 Dong.
Da viele Sachen mit ungeraden Zahlen ausgeschrieben sind, sprich z.B. mit 39.000 Dong, bekommt man noch 1000 Dong Wechselgeld.
Jetzt haben ein paar Läden diesen Umstand als Möglichkeit entdeckt noch mehr Geld zu machen. Sie haben kein Wechselgeld welches kleiner als 5000 Dong ist, in der Kasse und vertrösten einen mit ein paar Bonbons.

Auf das Jahr gerechnet, kommt da sicherlich eine ganz schöne Summe zusammen, die zusätzlich eingenommen wird. Wow!

Das Motobiketaxi – netter Versuch

Für meinen längeren Aufenthalt in Hanoi hatte ich mir vorgenommen eine Wohnung zu beziehen. Ganz klassisch mit Mietvertrag und so.

Dank dem Internet hatte ich ein paar meiner favorisierten Immobilien zusammen gesucht, die Vermieter kontaktiert und an einem Nachmittag ca. 5 Besichtigungstermine ausgemacht.

Der Lobby-Boy meines Hotels war trotz dem enttäuschenden Hotelzimmer, ein ziemlich korrekter Typ. Er half immer gerne weiter und bekam am Rande mit, dass ich ein paar Wohnungen besichtigen wollte. Daraufhin schlug er vor, einen Motobike Taxifahrer zu organisieren, der mich von Wohnung A – X fährt, dort wartet und mich schlussendlich wieder zum Hotel zurück bringt. Das ganze zu einem guten Preis, weil es sein Bekannter ist.
Perfekt!

Leider war sein Bekannter gerade schon unterwegs und der Lobby-Boy musste mit einem Fremden verhandeln. Schlussendlich handelte er nahezu den selben Preis für die Tour aus.

Die nächsten 2 Stunden war ich also mit dem Motobike Fahrer unterwegs und besichtigte die einzelnen Wohnungen. Zurück am Hotel machte mir der, bisher freundliche Fahrer, schnell zu verstehen, dass der vereinbarte Preis nur für jeweils eine Etappe gelte.

Dieser Schlingel. 😀

Er wollte nun tatsächlich das fünffache des vereinbarten Preises! Wohlgemerkt, hat der Lobby-Boy auf vietnamesisch sehr konkret vereinbart was der Preis alles beinhaltet.

Glücklicherweise ließ ich mich von dem Motobike Taxifahrer nicht beeindrucken und blieb standhaft. Schlussendlich bezahlte ich den vereinbarten Preis – ohne, dass irgendeiner von uns das Gesicht verloren hatte.

Waschmittel – aus eins mach drei

Nach dem Bezug meiner Wohnung in Hanoi, war ich in der glücklichen Situation – endlich – wieder eine eigene Waschmaschine zu haben. *hust* 😀

Also musste ich mir nur ein Waschmittel kaufen und schon konnten meine braunen Backpacker Klamotten wieder in strahlendes Weiß verwandelt werden, so wie es einem die Werbung verspricht.

Ab zum nächsten Laden und eine der blauen Kunststoffbehälter geschnappt, die einem, wie in jedem Land der Erde, von der hohen Wirkungskraft des Inhalts überzeugen wollen.

Zu Hause angekommen überraschte mich die sehr flüssige Konsistenz des Inhalts.
Das kann doch nicht …. neiiiin …. nein nicht wirklich …. oder?
Der Inhalt war definitiv mit Wasser verdünnt worden.

Krass!

Meine Wohnung – versteckte Kosten

Beim Unterzeichnen meines Mietvertrages für die Wohnung in Hanoi, fiel mir ein erhöhter Mietpreis auf. Erst dachte ich, dass dies der Vertrag für eine andere Wohnung ist. Es waren plötzlich 30$ mehr als vereinbart.

Der Makler hatte natürlich direkt ein paar Gründe für die Erhöhung parat und zähneknirschend unterzeichnete ich den Vertrag.
Immerhin lag der Preis immer noch in meinem Budget und ich hatte keine Alternative, die vergleichbar war, um sie als Druckmittel zu nutzen.

Luxus Ananas – das 10 Fache

Die Straßenverkäufer sind auch in Vietnam häufig vertreten. Ich kaufe bei Ihnen gerne Früchte wie z.B. frische Ananas.

Noch hatte ich mich nicht ganz an die Währung „Dong“ gewohnt und so bezahlte ich einmal mit dem 10 fachen Betrag, den eine Ananas normalerweise kosten würde.
Das bemerkte ich aber erst zu Hause, als ich merkte, dass mein großer Schein fehlte.
Die Verkäuferin freute sich natürlich über diesen Geldsegen und ließ sich mein Versehen nicht anmerken.

Etwas ähnliches ist mir auch ganz am Anfang in Bangkok passiert, hier machte mich der Verkäufer auf meinen zu großen Schein aufmerksam.

Täuschende Angaben – zahle zwei bekomme eins

Einen ganz perfiden Trick machte ich einige Tage später bei einem Street Food Stand aus.
An den Werbetafeln waren diverse Zahlen abgebildet, wobei eine Zahl ganz besonders groß dargestellt war.
Weiter unten standen noch mehr Informationen in vietnamesischer Schrift und weitere Zahlen.

Es stellte sich heraus, dass auf dem unteren Schild etwas stand wie:
Zahle Betrag X und erhalte zwei mal das Essen Y.

Den Touristen wurde also der Preis gezeigt, für den sie eigentlich das doppelte bekommen würden.

Tricky. Tricky. 😉

Fazit

Nachdem man eine Weile in Vietnam ist, nimmt die Häufigkeit der Gaunereien ab. Man durchschaut das Spiel, kennt die Tricksereien und die Gepflogenheiten des Landes. Auch ist man souveräner im Umgang mit der Landeswährung und gibt nicht mehr so einfach einen viel zu großen Schein raus. 😉
Natürlich gibt es diese Touri-Naps oder Missverständnisse auch in anderen Ländern, aber in der Dichte und innerhalb dieser kurzen Zeit, wie ich es in Vietnam erlebt hatte, ist mir das noch nie passiert.

SO – UND JETZT?

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Good Morning, Vietnam!

Ankommen in Hanoi, Vietnam. Erfahre welche Eindrücke und Gefühle ich in den ersten Tagen hatte: Good Morning, Vietnam

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Über Simon

Hallo, ich bin Simon. Ich bin digitaler Nomade und reise um die Welt während ich meinen Lebensunterhalt verdiene und euch an meinen Erfahrungen teilhaben lasse. Folge mir auf Facebook, Instagram, Google+ und Twitter. Mehr Informationen über mich findest du hier.

6 Kommentare

  1. Hey,

    großartig geschrieben und ich hab den ein oder anderen Schmunzler gelassen.
    Tut mir trotzdem leid, dass Du diese Erfahrungen machen mußtest.
    Aber hey, wir lernen alle dazu und das ist eben das „Schulgeld“ der Welt.

    Keep on going!

    Lieben Gruß Marlene

    • Hey Marlene, freut mich, dass dir mein Artikel gefällt.
      Hinterher kann ich auch über das ein oder andere lachen. Ich habe daraus gelernt und
      mittlerweile lebt es sich auch relativ „Gauner-frei“ in Hanoi. 😉

      Beste Grüße Simon

  2. Hey Simon,

    ich habe gerade vor ein paar Tagen einen Kommentar zu einem Artikel eines anderen Bloggers verfasst und lese leider wieder davon, was einem nicht alles hier passieren kann. Wie macht ihr das immer? 😀

    Ich meine, ja, ich bin hier schon eine ganze Weile, aber auch in meinen ersten Tagen und Wochen – ohne Sprach- und Preiskenntnisse – ist mir nur ein Bruchteil dessen passiert, was du und teilweise auch andere Blogger über Vietnam so berichten. Ist natürlich blöd und vielleicht hatte ich da auch einfach Glück.

    Eine Sache möchte ich jedoch klarstellen, damit nicht jeder denkt, Vietnamesen würden bevorzugt westliche Touristen versuchen, über’s Ohr zu hauen: Feilschen und Tricksen gehört in Vietnam dazu. So versuchen Händler genauso auch gegenüber unwissenden Vietnamesen ihre Tricks und ein Xe Ôm Fahrer (Motorradtaxi) wird nie und nimmer den eigentlich angemessenen Preis als erstes nennen, sondern immer versuchen, einen deutlich höheren Betrag zu verlangen.

    Deine Lösung mit deinem Xe Ôm Fahrer war allerdings gut! Auf den zuvor vereinbarten Preis zu bestehen, ist definitiv die beste Lösung, auch den Preis vorher überhaupt klarzumachen!

    Ich würde dir übrigens empfehlen, dir ein Motorrad zu mieten, du bist ja eine Weile hier. Das ist günstiger und flexibler, als ständig auf Xe Ôms angewiesen zu sein 😉 Wenn du nicht weißt wo, kann ich da weiterhelfen. Auch wenn du mal andere Seiten Hanois sehen möchtest, bist du herzlich willkommen! Das Old Quarter hat nämlich nicht so viel mit Leben drum herum zu tun, eigentlich fast gar nichts 😉

    Viele Grüße,
    Etienne von VietmoK

    • Hey Etienne, vielen Dank für dein ausführliches Kommentar! 🙂

      Ja vielleicht sind hier tatsächlich ein paar Umstände sehr kompakt, innerhalb weniger Tage, zusammen gekommen. Feilschen & Co kenne ich schon aus anderen Ländern und macht
      mir sogar großen Spaß. Dass das Old Quarter nicht unbedingt Vietnam bzw. Hanoi perfekt repräsentiert, durfte ich auch schon erfahren. Ich kenne mittlerweile
      auch ein paar super nette Locals, mit denen man dann auch mal „the real life“ in Hanoi kennen lernt. 🙂

      Vielleicht sieht man sich demnächst mal! Beste Grüße Simon

  3. …das kommt mir alles auch seeeehr bekannt vor. 🙂 Leider mag ich Feilschen eh nicht und ich bin oft auch ein so naives Huhn, dass ich aus Mitgefühl mit den „armen“ Verkäufern gar nicht groß handeln möchte. War so ein relativ teurer Aufenthalt 😉
    Liebe Grüße
    Tatiana

    • Hey Tatiana, die Verkäufer haben sich bestimmt über dein Mitgefühl gefreut. 😉
      Das Feilschen ist tatsächlich etwas gewöhnungsbedürftig. Mittlerweile mache ich es aber sehr gerne. Aber immer bin ich auch nicht auf Feilschen aufgelegt, dann lasse ich es. Wegen z.B 2000d Einsparnis ist das manchmal auch zu nervig.

      Beste Grüße Simon

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