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12 Stunden Konsum und Völlerei
Konsum und Völlerei

12 Stunden Konsum und Völlerei

Auch ein digitaler Nomade mit einem minimalistischen Lebensstil muss hin und wieder eine Kleinigkeit einkaufen. Also warum nicht gleich die großen Kaliber auffahren und zu einem der größten Shoppingmalls in Asien aufbrechen?
Gesagt – getan! Begleite mich in diesem Artikel zum MBK Center in Downtown Bangkok.
Einkaufen bis einer K.O. geht – im wahrsten Sinne des Wortes!

Das MBK Center

Um erst einmal die Größe des MBK Centers verstehen zu können, muss man in die 80er zurück kehren. Im Jahr 1985 öffnete das Shoppingparadies mitten in Bangkok seine Pforten. Zu diesem Zeitpunkt war die Shoppingmall das größte Einkaufszentrum von ganz Asien.

Auf den konsumfreudigen Besucher warten:

  • 8 Stockwerke
  • ca. 2000 Geschäfte, Restaurants, Outlets
  • ca. 100.000 Besucher pro Tag
  • viele Markenfälschungen

Das MBK Center ist sehr leicht zu erreichen. Die Skytrain hält quasi direkt davor und man muss nicht einmal auf den Bürgersteig gehen. Ein Brückensystem ermöglicht den direkten Zutritt zum zweiten Stock.

Übersehen kann man das MBK Center nun wirklich nicht. Eine leicht spacig anmutende ovale Spiegeloberfläche befindet sich direkt zur Kreuzung hin.

Nach einer obligatorischen Taschenkontrolle und dem Gang durch einen recht eng bemessenen Metalldetektor
steht man auch schon mitten drin.
Voluminös erstreckt sich der Bauch des MBKs in die Tiefe, die Länge und in die Höhe. Hier ist sie also – die Schaltzentrale des Konsumschiffes und Kommandobrücke der Taschenfüller und Kreditkartenzücker. 🙂

Das Sortiment scheint hier keine Grenzen zu haben. Ähnlich wie auf dem Chatuchak Market, gibt es auch hier Themenbereiche. Grob gesagt, kann man jedem Stock einen Themenbereich zuordnen. So gibt es natürlich super viele Klamotten und Accessoires. Große Marken wie Reebok haben ihre eigenen Geschäfte, wechseln sich aber mit kleinen ramschigen Läden ab. So hat man öfters mal die Originalprodukte mit den Fälschungen Tür an Tür. Kurioser Anblick!

Ganz spaßig sind die Mini-Läden, die mit Produkten vollgestopft sind und gerade mal Platz für 1-2 Personen bieten.

Ein anderes Stockwerk ermöglicht dir die Einrichtung deiner kompletten Wohnung. Von Sofa bis zum Wandschrank findet man hier alles was man so benötigt. Da ich keine Wohnung habe, bin ich schnell in den nächsten Stock weiter gegangen.

Richtig verrückt ist das Abteil mit Elektronik. Es scheint so, als hätte hier jeder Anbieter das selbe Sortiment an Waren und so reihen sich hier diverse Tablets verschiedener Hersteller an verschiedene iPhone Varianten und Samsung Galaxys. Beim nächsten Stand geht es dann in ähnlicher Reihenfolge wieder von vorne los.

Mich würde der monatliche Umsatz eines dieser Stände interessieren!

Und ob die Teile richtig funktionieren oder überhaupt Original sind, erschließt sich mir auch nicht auf den ersten Blick.
Aber ein iPhone mit Android Betriebssystem hätte auch mal was 😀

Hunger?

Nachdem ich langsam jede Ecke des Gebäudes auswendig kenne, macht sich der Hunger breit.
Im MBK gibt es zig Möglichkeiten etwas zu essen. Da fällt einem die Entscheidung nicht leicht.

Schließlich gibt es aber zwei sehr empfehlenswerte Anbieter für leckeres Essen.

1. THE FIFTH – food avenue

Hier bekommst du beim Eingang eine Chipkarte und kannst dir anschließend darauf dein Essen und Trinken berechnen lassen.

Zur Auswahl stehen hier rund 10 verschiedene Themenstände. Folgende Essenstände sind mir noch im Gedächtnis:

  • Griechisch
  • Arabisch
  • Vietnamesisch
  • Seafood
  • Thailändisch
  • Italienisch
  • ein Dessertstand
  • ein Stand mit Trinken (Fruchtsäfte, Shakes usw.)

Der Clou des ganzen ist, dass alle Gerichte einmal vorgekocht und auf einem Teller arrangiert sind. So blätterst du nicht durch endlose Menükarten, sondern siehst dein Essen „fertig“ vor dir. Klasse Idee.

2. Shabushi

Wer jetzt noch nicht satt ist, der sollte unbedingt zu Shabushi gehen.
Es liegt etwas versteckt im zweiten Stock und bietet ein All-You-Can-Eat & Drink der Extraklasse.

Das Prinzip ist so genial wie einfach. Eine Rollband führt allerlei Köstlichkeiten auf kleinen Tellerchen an deiner Nase vorbei. Du schnappst dir einfach was du gerne möchtest, schmeisst es in einen kochenden Topf (Hot Pot), der in deinen Tisch vor dir eingelassen ist und wartest bis das Essen gar ist.
Im Topf wird eine Suppenbasis aufgekocht, deren Geschmack man am Anfang wählen kann.

Diverse frischen Gewürze wie Knoblauch, Koriander und Chilli warten darauf, teil deines Suppentopfes zu werden.

Die Auswahl und Kombinationsmöglichkeiten scheinen grenzenlos zu sein. Auf dem Rollband findest du u.a.:

  • Rindfleisch
  • Tofu
  • Nudeln
  • Surimi
  • verschiedene Pilze
  • Tintenfische
  • Kohl
  • Schweinefleisch
  • Muscheln
  • Spinat
  • Hühnchen
  • Leber
  • Karotten

und vieles mehr

Und da die guten Köche im Shabushi sich ja nicht lumpen lassen, gab es zusätzlich noch eine selbst zusammen gestellte Platte diverser Shushi-Sorten samt frittierten Snacks. Das alles ist dort übrigens ebenfalls All-You-Can-Eat.

Yummy!

Nach dieser Völlerei, die gerade einmal ca. 350 Baht (10€) gekostet hat, bin ich doch froh, dass das MBK nicht in der direkten Nachbarschaft meiner Unterkunft ist. Ich wäre sonst wohl jeden Tag hier – drei mal. 🙂

K.O.

Mit vollem Bauch bewegte ich mich zum Ausgang um mich dann schwermütig durch die Menschen auf den Vorplatz des MBKs zu quetschen.

Mich erwartete das glitzernde Bangkok im Scheinwerferlicht der Tuk Tuks und eine Überraschung:

Auf dem Vorplatz versammelte sich eine Menschenmasse um einen beleuchteten Boxring. Mit Öl eingeschmierte Thai Boxer warteten auf den Einsatz, ihr bestes zu geben.

Thai Boxen

Thai Boxen

Im entscheidenden Moment schaltete ich von der Kamera-Funktion auf die Video-Funktion um:

Das Thaiboxen war wohl Teil einer Feierlichkeit. Die graue Kreuzung vor dem MBK und die weiterführenden Straßenzüge wurden abgesperrt und der Verkehr hatte Schwierigkeiten, sich auf diese Umstände einzustellen.

Mit Musik, Tanz und detailliert dekorierten Wägen, machte sich ein Umzug auf, den Straßen in Bangkok etwas Farbe zu verleihen.
Die Menschen blieben stehen und vergaßen für einen Moment ihre gefüllten Einkaufstaschen und leeren Geldbörsen.  Blicke wandten sich ab von den lockenden Neonreklamen und für einen Moment war Bangkok elektrisiert. Die fröhlichen Tänzer zauberten den Leuten ein Lächeln auf die Lippen, bevor sie sich wieder in die nächsten Shops stürzen konnten.

Die Oase der Ruhe

Gleich gegenüber des MBK Centers ist das „The Bangkok Art and Culture Center“.
Ursprünglich wollte ich hier nur eine Ausstellung anschauen, war dann aber über die beachtliche Architektur des Gebäudes erstaunt. In schlichtem weiß gehalten und mit einer minimalistischen Anmutung, windet sich ein Weg wie eine Schneckenhaus zum obersten Stockwerk. Auf jedem Stock gibt es kleine Läden mit Accessoires oder Künstlerbedarf. Auch ein paar Cafes sind vorhanden. Die unglaubliche Ruhe, der kostenlose Eintritt und die Leere ansich, macht das Art and Culture Center zu einem Geheimtipp, wenn man in der Ecke ist und entspannen möchte.

Hier kannst du sehen, welche Ausstellungen aktuell laufen: http://www.bacc.or.th/

Wenn der Stuhl dich boxt

Da hier alles so schön beisammen ist, kann man auch gleich noch das „Siam Discovery“ mitnehmen.
So pompös das Gebäude und dessen Inszenierung von aussen ist, so ist sie auch von innen.
Armani und Co. müssen ja auch entsprechend präsentiert werden. 😉
Die Preise deuten jedenfalls darauf hin, dass es sich hier tatsächlich um Originalware handelt.

Wie ein Verkäufer wohl reagiert hätte, hätte ich ihn gefragt, ob die Jacke auch Original ist?
😀

Vorbei an dem ganzen Krempel, den eigentlich eh keiner braucht und rauf zum obersten Stockwerk.

Hier residiert ein Kino. Und nicht irgendeines – nein – ein Kino welches 4D Filme anbietet.
So viel ich weiß, ist es das einzige Kino, welches diese Option zu tatsächlichen Hollywood Blockbustern unterstützt.
Ansonsten sind es immer spezielle Eigenproduktionen.

Mit einer Tüte Popcorn und einem ebenso großen Becher Cola bewaffnet ging es dann auf den Sitzplatz direkt in der Mitte des Saales. Da es unter der Woche war, füllten sich die Reihen nur sporadisch. Meiner viel zu großen Erwartungshaltung wurde das ganze nicht ganz recht.
Es war aber auch nicht richtig schlecht. Durch die verschiedenen Features sollte man vermeintlich intensiver in den Film eintauchen.
Manchmal was das auch recht gut umgesetzt, an anderen Stellen war es wieder komplett unpassend.

So wurde eine Golfplatzszene mit Blumenduft versehen und ich hatte den Eindruck in der nächsten Douglas Filiale zu stehen. Ein Golfplatz riecht nicht nach Blumen! Eine Szene in der Kanalisation haben sie dann aber ohne Duft-Feature gemacht – warum wohl? 😀

Die Geräusche der Hydraulik trübten zusätzlich die Stimmung.
Fragwürdig fand ich auch die Schläge gegen meinen Rücken – auf immer die selbe Stelle.

Trotz allem war das 4D Kino eine Erfahrung wert und würde es auch jedem empfehlen, der in der Ecke ist und gemütlich den Abend ausklingen lassen möchte.

Für einen kurzen Augenblick hatte ich mir überlegt, nach dem Kino noch einmal im Shabushi vorbeizuschauen. ….. :O

SO – UND JETZT?

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Ein Kommentar

  1. Hallo Simon,

    an das 4D-Kino kann ich mich auch noch gut erinnern. Ich war 2008 selbst dort und bis dato noch nie in solch einem Kino gewesen. Definitiv eine Erfahrung wert. Das trifft auch auf das MBK zu, bei dem man gar nicht weiß, wo man eigenlich hingehen soll. Deinen Blogbeitrag hätte ich damals benötigt, denn er macht die riesige Mall auf alle Fälle ein bisschen übersichtlicher.

    Viele Grüße, Daniel.

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