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8 Dinge die Asien an mir verändert hat

8 Dinge die Asien an mir verändert hat

Mehr als 7 Monate lebe ich nun in Asien. Eine lange Zeit, die deutliche Spuren an meinem Charakter und meinen Einstellungen hinterlassen hat. Jeder Tag hat mich geprägt, mich gefordert oder mich geformt. In diesem Artikel gehe ich auf die Veränderungen ein.

1. Alles ist lösbar

Jedes noch so kleine Problem ist lösbar. Kleine Problemstellungen tauchen beim Reisen durch Asien ständig auf. Das fängt mit Verständigungsproblemen an und hört mit fehlerhaften Zimmerbuchungen auf. Aber egal was passiert, es geht immer irgendwie weiter.

Um ein Beispiel zu nennen:
In Laos hatten wir massive Probleme mit unserem Schiff auf dem Mekong Fluss. Spät in der Nacht legten wir an irgendeinem kleinen Hafen an. Weit entfernt von unserem Schlafplatz im Nirgendwo… nur ein paar kleine Häuser der Einwohner lagen vor uns.
Wie es weiter ging kannst du hier lesen.

Diese vielen gelösten Problemstellungen, komprimiert auf einen recht kurzen Zeitraum, machen einen für die Zukunft unglaublich gelassen. Ich weiss instinktiv, dass egal was kommt, es eine Lösung gibt. Irgendeine!

2. Alles sauber, oder nicht?

Die deutsche Sauberkeit oder auch die deutsche Ordentlichkeit ist weltweit bekannt. 🙂 Ihren Höhepunkt hat sie wohl in der schwäbischen Eigenart der „Kehrwoche“ gefunden.
Egal wo man hinschaut, alles ist blitzeblank und in den meisten Haushalten kann man auch direkt vom Boden essen. Dinge sind im rechten Winkel zueinander platziert und alles hat festen Platz. Wehe dem, der diesen nicht berücksichtigt!

Wenn man aber mal die Welt bereist, dann weiss man schnell, dass Sauberkeit relativ ist. Ich war im Bezug auf Schmutz noch nie sehr empfindlich, jedoch bin ich nun gegenüber Schmutz noch etwas mehr abgehärtet, als ich es davor schon war.
Häufig werden die hygienischen Unterschiede beim Essen spürbar.
Ein westlicher Tourist hat sich in Asien schnell mal den Magen verdorben und verbringt dann den nächsten Tag auf der Toilette.

Glücklicherweise hatte ich nie ernsthafte Probleme auf meiner Reise und mittlerweile kann mein Magen erst recht so einiges ab. 🙂

Auch die Ordnung im Rest der Welt ist nicht mit der in Deutschland zu vergleichen. Hier werden Gebäude mit improvisierten Bauteilen erweitert, Stromkabel hängen wirr, wie Spaghetti, über der Straße und auf dem Gehweg stapeln sich diverse Habseligkeiten. Für manche ist das Unordentlich. Für mich ist es Leben, Freiheit und Inspiration.

3. Ich bin nicht alleine

Durch Asien reisen und denken, man hat das Zimmer für sich alleine? Vergiss es!
In fast allen Unterkünften, egal ob Lowbudget oder teuer, immer waren diverse Mitbewohner vertreten.

Da gibt es Ameisenstraßen, Geckos, Moskitos und eine Fledermaus hatte ich ebenfalls schon als Zimmergenosse.

Mittlerweile macht mir das nichts mehr aus. Ich lasse den Ameisen ihre Straßen und habe die Geckos als Freunde gewonnen. Immerhin fressen sie die lästigen Insekten. Ich betreibe sozusagen eine friedliche Koexistenz bei dem der eine vom anderen profitieren kann. 🙂

4. Luxusprobleme

So viele Probleme, der Menschen in Deutschland, sind so extrem nichtig. Es wird sich aber über alles und jeden echauffiert.

Haben die Menschen keine anderen Sorgen, oder ist ihnen langweilig?

Ich fand das schon in Deutschland sehr störend, jedoch fällt es mir mit dem Blick aus der Ferne noch deutlicher auf.
Was ich dadurch gelernt habe? Ich verschwende nun noch weniger Gedanken an die Luxusprobleme, die andere so mit sich rumtragen.

5. Gleich oder gleicher

Trotz den kulturellen und sozialen Unterschiede, gleichen wir Menschen uns in so verdammt vielen Eigenheiten.

Nach und nach hat sich das immer mehr herauskristallisiert. Vor allem dann, wenn ich länger an einem Platz geblieben bin und ich viel mit den selben Einheimischen zu tun hatte.

Wir Menschen ähneln uns doch mehr als man so denkt. Dieser Punkt hat seine positiven, aber auch seine negativen Begleiterscheinungen. Früher, als ich nur westliche Länder bereist hatte, war mir das noch nicht so klar. Ich ging viel mehr davon aus, dass die Menschen am anderen Ende der Welt, welche in komplett anderen Umständen und Kulturkreisen groß wurden, sich auch entsprechend stark von uns im Westen unterscheiden müssen.

Diese Erkenntnis hat mich in soweit geprägt, als dass ich nun die gemeinsamen Nenner als Chance betrachte um eine positive Kommunikation aufzubauen und so auch mehr Verständnis für die kleinen Unterschiede zu ermöglichen.

Gerade wenn ich von der aktuellen Situation aus Europa, über das Verhalten einiger Menschen gegenüber Flüchtlingen lese, würde ich mir wünschen, dass diese Erkenntnis ihnen ebenfalls eines Tages kommen wird.

6. Von Auge zu Auge

In Deutschland wird fast immer darauf verzichtet, fremden Menschen auf der Straße in die Augen zu blicken. Die Leute laufen mit gesenktem Kopf durch die Straßen und jeder kocht sein eigenes Süppchen. Und man kann auch mal ein dummes Kommentar erhalten, wenn man es wagt, jemanden zu lange anzuschauen.

Nicht so in Asien. Hier lächeln dich wildfremde Menschen beim vorbeigehen an oder Grüßen dich sogar.

Für mich war das am Anfang verwirrend und ich habe es auf meinen Touristen-Bonus geschoben. Doch diese Art des „Wahrnehmes seiner Mitmenschen“ ist auch unter den meisten Asiaten üblich. Länderübergreifend.

7. Improvisieren statt wegwerfen

Die westliche Wegwerfgesellschaft – auch ich bin/war Teil von ihr und ja, auch ich habe diverse Sachen lieber direkt neu gekauft, anstatt mich damit rumzuärgern es reparieren zu wollen.

In Asien haben viele Menschen deutlich weniger Geld zur Verfügung als wir im Westen. Das Ergebnis ist ein großartiges Improvisationstalent oder erlerntes Wissen, wie man alles mögliche repariert. Es wird erst etwas weggeworfen, wenn absolut nichts mehr zu retten ist!

Ich hatte mir auf den Philippinen neue Sneaker gekauft. Sie waren auf den ersten Blick recht gut verarbeitet und auch nicht sonderlich teuer.
Zurück in Vietnam sah ich aber, wie sich bei den nicht oft getragenen Schuhen die Sohle an der Seite löste. Ich war verdammt verärgert, sahen sie ansonsten nämlich noch wie neu aus. In Deutschland hätte ich sie wahrscheinlich noch ein paar mal getragen und dann wegschmeißen können. Ich meine… wer repariert denn noch seine Sneaker in Deutschland?

Nicht so in Vietnam. In meiner Nachbarschaft läuft immer mal wieder ein mobiler Schuhmacher herum, der seine Dienste den Menschen in den Cafes anbietet. Er kann reparieren und sorgt bei den schickeren Schuhexemplaren für neuen Glanz.
Ich weihte ihn in meine Problematik ein und er war erfreut mir helfen zu können. Daraufhin versah er den Schuh ringsherum mit einer handgestochenen Naht, welche die Sohle unabhängig des Klebers am Rest des Schuhs zusammen hält. Sieht nicht nur geil aus sondern hat auch meinen Schuh gerettet!

8. Bitte lächeln

Tja wer kennt sie nicht, die weltberühmte deutsche Freundlichkeit. *hust* 😉

Während in Deutschland nicht nur bei unserer Bundeskanzlerin die Mundwinkel einen Bogen nach unten machen, sondern auch gefühlt beim Rest der Bevölkerung, scheint es, als ob in Asien die Mundwinkel oben angetackert sind.

Jedenfalls wird hier Freundlichkeit und Lächeln groß geschrieben. Ob es immer auch die innere Stimmung wieder spiegelt? Sicher nicht, aber es lebt sich ungemein fröhlicher und positiver wenn die Menschen um einen herum nicht ständig Griesgrämig und verstimmt dreinschauen.

Es gibt nicht umsonst auch Lach-Therapien die das allgemeine Wohlbefinden verbessern. Ich habe in Asien diese Therapie sozusagen jeden Tag und fühle mich damit ein Stück weit glücklicher als ohne. Also: Bitte lächeln 🙂 …. jetzt!

SO – UND JETZT?

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Du möchtest selbst gerne die Welt bereisen aber findest immer wieder eine Ausrede es nicht zu tun?

Dann solltest du dir diesen Artikel mal ganz genau durchlesen: 10 häufige Ausreden, warum man keine Langzeitreise machen kann

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Über Simon

Hallo, ich bin Simon. Ich bin digitaler Nomade und reise um die Welt während ich meinen Lebensunterhalt verdiene und euch an meinen Erfahrungen teilhaben lasse. Folge mir auf Facebook, Instagram, Google+ und Twitter. Mehr Informationen über mich findest du hier.

3 Kommentare

  1. Hey Simon,

    sehr interessanter Post. Kann deine an dir Beobachtete Veränderung vollkommen nachvollziehen, denn meine Schwester ist jetzt ein Jahr nach dem Studium durch die Welt gereist. Habe bei ihr eine ähnliche Veränderung beobachtet, als ich sie wieder gesehen hab.
    Nun ist es langsam an der Zeit, dass der kleine Bruder auch mal verreist 😀
    Würde gerne nach Asien reisen, um ein stück der Welt näher kennen zu lernen und plane schon alles. Bin gerade dabei zu klären, wie das mit dem Visum ist. Wollte vielleicht so einen Service dafür in Anspruch nehmen ( z. B. http://www.visabox.de/index.html ). Sieht sehr praktisch aus. Kannst du als Experte vielleicht mal was zu den Behörden in diesen Ländern sagen? Also ob man da Probleme bekommen kann oder so…

    LG Fabio

    • Hey Fabio,
      ein Visa kannst du auch ganz einfach bei dem jeweiligen Immigration Office eines Landes beantragen. Gibts in den meisten größeren Städten. Für touristische Aufenthalte die nur z.B. 20 Tage dauern, reicht es meistens, sich ein Touristenvisum bei der Einreise eines Landes aushändigen zu lassen.
      Grüße Simon

  2. Hallo Simon,
    danke für die Antwort 😉
    Denke es werden mehr als 20 Tage, werde mich von daher mal bei den Behörden erkundigen.

    LG
    Fabio

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