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Alles muss raus! Teil 1: Mein Weg in ein minimalistisches Leben.
minimalistisch Leben

Alles muss raus! Teil 1: Mein Weg in ein minimalistisches Leben.

Fast jeder digitale Nomade lebt mit wenig materiellem Besitz. Unnötige Ballast ist der Feind des Minimalismus und eines flexiblen Lifestyles. Als ich entschieden habe ein digitaler Nomade zu werden, erkannte ich sofort, dass das mit all meinen angesammelten Dingen nicht funktionieren kann – Alles muss weg!

Ich begann mir einen Überblick über meine Sachen zu verschaffen

und begann voller Enthusiasmus auszusortieren. Oft fällt es einem schwer sich von Dingen zu verabschieden, wenn man jedoch mal damit angefangen hat, geht es wie von selbst. In diesem Artikel schreibe ich über die Möglichkeiten mit weniger Besitz zu leben und darüber, was du mit deinen ganzen Sachen noch so anstellen kannst.

Inhalt des Artikels:

materielle Flut- die Fülle aller Dinge

In der Fülle aller Dinge

Wenn du dich mal in deiner Wohnung oder in deinem Zimmer umschaust, wirst du schnell feststellen, dass du unglaublich viel angesammelt hast. Die meisten Sachen brauchst du gar nicht wirklich. Die Dinge fallen dir aber schon gar nicht mehr auf – sie sind einfach da.

Kleiderschränke quellen über mit Klamotten die du einmal anziehst oder mit Klamotten die du gar nicht anziehst. In deiner Schreibtischschublade lagern zig abgebrochener Bleistifte und nicht funktionierende Kugelschreiber.

Dass diese Fülle aller Dinge auch belastend sein kann, ist uns oft gar nicht bewusst.
Als ich angefangen hatte bei mir auszumisten und meinen Besitz zu verkleinern war das ganz schön anstrengend. Bei jedem Teil das ich in der Hand hielt, überlegte ich mir ob ich es nicht doch noch gebrauchen könnte. Ich zwang mich die Dinge einfach wegzuschmeißen bzw. wegzugeben … doch nach und nach ging es immer besser und ich wurde entspannter. Selbst das vernichten von Erinnerungsstücken fiel mir leichter. Ich wusste ja, dass die Erinnerungen in meinem Kopf einen viel höheren Wert haben, als irgend ein Andenken in den Händen.

Am Ziel angekommen fühlte ich mich dann unglaublich erleichtert, als wäre eine jahrelange Ballast von meinen Schultern genommen worden. Und dieses Gefühl hält weiter an. Ich möchte das Gefühl nicht mehr missen, zu wissen, dass ich jederzeit meinen Rucksack packen kann und um an einem anderen Ort mein „Zelt“ aufzuschlagen.

Es fühlt sich verdammt gut an!

Fünf Schritte - minimalistischer leben

5 Schritte und du bist alles unnötige los

Mit diesen 5 Schritten kannst du selbst dein persönliches Downsizing angehen. Vielleicht lebst du bald auch nur noch aus einem Rucksack.

1. Überblick bekommen

Im ersten Schritt solltest du dir bewusst werden, was du überhaupt an Dingen angesammelt hast. Wenn du mit offenen Augen durch deine Wohnung gehst werden dir vielleicht auch Sachen auffallen die du gar nicht mehr bewusst wargenommen hast. Langsam erschließt sich dir das Ausmaß deiner kommenden Entrümpelungsaktion. Ich selbst war überrascht wie viel man doch über die Jahre hinweg so ansammelt.

2. Kategorisieren

Beim Kategorisieren geht es darum, deine Dinge einzuordnen: behalten, wegschmeißen, verkaufen, verschenken oder spenden. Hier ist die größte Gefahr versteckt. Wenn du entscheiden musst ob du etwas weggibst, wird die Tendenz zu Beginn eher auf „nicht weggeben“ hinauslaufen. Du musst wahrscheinlich erst lernen die emotional behafteten Dinge weggeben zu können. Das ist schwer, aber machbar. 😉

Solltest du dir bei manchen Sachen unsicher sein, leg sie in eine extra Ecke. Später, wenn du mitten in deiner Entrümpelung bist, wird es dir leichter fallen auch diese Dinge wegzugeben.

3. Verkaufen

Da du ja nicht nur Müll aus deinem Leben verbannen möchtest, sondern auch die guten Sachen, lohnt es sich diese zu verkaufen. In diesem Schritt wird alles, was noch irgendwie einen Wert besitzt gegen Bares eingetauscht. Es gibt viele Möglichkeiten die Sachen zu verkaufen. Wichtig ist hierbei den höchsten Preis zu erreichen.

4. Verschenken & Spenden

Bei all deinen Sachen die du weggeben möchtest, ist sicher auch das ein oder andere Teil dabei, welches gerne von Bedürftigen, Freunden oder Bekannten genommen wird. Gerade Klamotten eignen sich dazu super. Nur bei den Altkleider-Container sollte man etwas darauf achten, in welchen man die Klamotten wirft. Hinter manchen steckt leider der Wolf im Schafspelz. Informiere dich am besten bei dir vor Ort. Die Möglichkeiten variieren nämlich stark.

Hier aber mal ein paar Beispiele:

  • neutrale Läden ohne kirchliche Institution im Hintergrund
  • kirchliche Hilfsorganisationen & Läden
  • Givebox: eine öffentlich zugängliche „Kiste“ bei der man Sachen reinlegen und rausnehmen kann
  • Facebook Gruppe: es gibt lokale Gruppen um Dinge zu verschenken. Einfach mal danach suchen.
  • Foodsharing: Webseite bei der du Lebensmittel, Gewürze usw. verschenken kannst: http://foodsharing.de

5. Alternativen

Das ist der 5 Schritt und du solltest langsam eine ziemlich leere Wohnung haben. 🙂
Jetzt stapeln sich hier und da vielleicht noch Dinge, die du so nicht weggeben möchtest oder auch nicht weggeben kannst.
Es ist also an der Zeit passende Alternativen für diese Dinge zu suchen, damit du auch das letzte los wirst.

Alternativen für digitale Nomaden

Platzsparende Alternativen für digitale Nomaden

Als digitaler Nomade bin ich natürlich ein großer Freund der digitalen Möglichkeiten. Diverse Cloud-Dienste und Co. machen es möglich, sehr komfortabel von überall auf Daten zuzugreifen. Du musst also anfangen digital zu denken. Sobald du dich daran gewöhnt hast, werden dir die digitalen Möglichkeiten viel Ballast abnehmen.

Hier sind einige Beispiele und wie ich sie in die digitale Welt bringe:

Bücher:

Ich habe kein einziges Buch mehr. Alle meine Bücher habe ich verkauft oder verschenkt und mein Bücherregal war zuvor doch relativ prall gefüllt. Die meisten meiner damaligen Bücher kann ich aber immer noch lesen. Ich habe viele Bücher in digitaler Form und ein Nexus 7 dient als eBook Reader. Um die Bücher lesen zu können, nutze ich die Kindle App und die App Moon+ Reader.

Filme und Musik:

Musik dürfte ja mittlerweile bei fast jedem digital sein. Dank iTunes, mp3 und Spotify gibt es auch zig Möglichkeiten Musik zu konsumieren. Egal ob on oder offline. Bei den Filmen tut sich was. Es gibt einige Anbieter die gegen einen Mitgliedsbeitrag eine Menge Filme zum streamen bereitstellen. Dazu in einer guten Qualität.Auch kostenlose online Angebote nehmen zu.

Schriftliches:

Ich lege so gut wie alle schriftlichen Papierstücke die ich erhalte digital ab. Meine Allround-Waffe ist dabei Evernote. Für mich das perfekte Programm um mein Leben unkompliziert zu organisieren. Es waren schon viele erstaunt darüber wie ich live innerhalb von Sekunden ein Dokument parat hatte. 🙂 I love it !

Notizen & Planung:

Auch kleinere Notizen und Gedanken lege ich in Schrift, Bild oder Audio in Evernote ab. Auch meine Reiseplanung mache ich komplett in Evernote.

ToDos:

Für die ToDo Liste kann man das kostenlose Tool Wunderlist nutzen. Eine einfache, cloud-basierte ToDo Listen App mit Erinnerungsfunktionen. Gibt es für Mac, PC, iPhone, Android etc. und synchronisiert sich automatisch.

Leider kann man noch keine Klamotten digital in der Cloud hinterlegen. Das würde mein Backpacker Rucksack enorm verkleinern. Aber wenn du auch noch Möglichkeiten kennst, reale Dinge zu digitalisieren, dann schreib bitte in die Kommentare!

Hier kannst du nachlesen, wie ich meine Sachen verkauft habe.

SO – UND JETZT?

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Über Simon

Hallo, ich bin Simon. Ich bin digitaler Nomade und reise um die Welt während ich meinen Lebensunterhalt verdiene und euch an meinen Erfahrungen teilhaben lasse. Folge mir auf Facebook, Instagram, Google+ und Twitter. Mehr Informationen über mich findest du hier.

7 Kommentare

  1. Hey Simon!

    Habe ein wenig Zeit gefunden, Deinen Blog zu lesen – gibt’s leider noch nicht als gedruckte Tageszeitung 😉
    Habe am Anfang, hier, angefangen – ausmisten! Wichtiges Thema !!!
    Das ganze Papier muss man auf alle Fälle irgendwie loswerden… bei gedruckten Rechnungen und Verträgen und Pipapo ist das irgendwie schwierig… alles digitalisieren?

    LG, Frank

    • Hey Frank, ja auch das kann man komplett digital verwalten.
      Viele Rechnungen erhält man heute schon digitalisiert, wenn man das möchte. Alternativ kann eine Rechnung natürlich auch
      eingescannt und abgelegt werden.

  2. Hallo Simon,

    oh ja das kenn ich nur zu gut! Da ich trennungsbedingt bei meinen Eltern lebe *määh* und dann ein externes Büro habe, habe ich über eine Zeit von über 2 Jahren (da wohnte ich ja beim Ex und brauchte die Sachen auch nicht) alles in einem Lager, wo die emotionale Abkapselung so stark ist, das min. 60% oder mehr weg kann.

    Bücher waren besonders schwer. 500 Büchern, die meisten Fachbücher. Was tun? Tja digitalisieren! Ich habe ca. 250 Bücher komplett digitalisiert. Man war das für eine Arbeit.

    Viel viel ausgemistet. Digital angeschafft. Auch mein Papierkonsum ist extrem heruntergefahren. Erst mit Buchhalterin gesprochen. Jetzt habe ich alle Unterlagen (außer besonders wichtige) eingescannt und muss sie halt 10 Jahre verwahren. Aber so muss man auch keine zig Ordner aufheben, weil man Rechnungen lagern muss.

    Da ich meistens im Büro bin, koche ich hier auch und bin dermaßen so minimalistisch geworden. Das mit dem kleinen Equipment eine Küche unnütz geworden ist.

    Man muss nur dranbleiben, dann geht das. Gut wenn man nicht gerade mit Rucksack durch die Weltgeschichte gondelt, bleibt noch viel Überschuss da. Aber wenn man mit den Augen eines digitalen Nomaden schaut, wird so viel immer mehr überflüssig und fällt gar nicht so schwer abzugeben!

    • Hey Artemis,
      wooow du hast 250 Bücher von dir digitalisiert!!!!!
      Ich musste diesen Satz ein paar mal lesen, dachte erst, dass ich da etwas missverstanden habe. 😀

      Meine Bücher habe ich alle weggegeben oder verkauft, auch wenn es nicht ganz 250 waren, wäre mir diese Arbeit doch etwas
      zu anstrengend gewesen. Habe aber einige nun wieder in digitaler Form auf dem Tablet.

      Viel Erfolg beim weiteren ausmisten!
      Grüße Simon

      P.S. sorry wegen der verspäteten Freischaltung deines Kommentares. Es ist in den Spam-Filter gerutscht.

  3. Mit dem Entrümpeln gebe ich dir Recht – bin gerade selbst dabei meine Wohnung aufzulösen und ich empfinde es als sehr befreiend! Da ich mein Herz nie an Dinge gehängt habe, fällt es mir das sehr leicht. Ich finds toll zu sehen wie der Besitz immer kleiner wird und vor allem dabei auch zu spüren dass mir gar nichts abgeht.

    Und es stimmt. Man hat so viel Zeug, das nur irgendwo herumkugelt und von dem man oft gar nicht weiß dass man es überhaupt hat *g* … Ist mir in letzter Zeit öfters so gegangen 😀

    Na dann verkauf ich mal weiter … ein Ende ist in Sicht 😀

  4. Hallo, sehr schön geschrieben, Danke
    Ich lebe schon länger sehr reduziert OHNE digitaler Nomade zu sein.Da ich mitten in der Stadt wohne, kann ich auf vieles verzichten, da ich das ein oder andere schnell besorgen könnte…. Ich mache das nicht als KONSUMVERWEIGERER, dennoch mache ich neue Anschaffung mit grosser Überlegung. Für mich zählt die Klarheit, die Übersichtlichkeit, die Ordnung, etc.
    Ich liebe Dinge, die einen Mehrfachnutzen haben, wie z.B. das berühmte Schweizer Messer, oder wie Natron, oder meine Schlafcouch, etc.
    Klamotten nur die, die ich Jeden Tag auch trage, Waschmaschine gibt es gar keine, ich wasche jeden Tag das vom Vortag getragene ( Tshirt, Unterwäsche, etc.) einfach von Hand, das geht so nebenher wenn ich im Bad bin oder putze….Es ist alles soooo einfach. Wenn man sich drauf einlässt mit wenig Dingen zu leben, muss man sich nur ein wenig anders organisieren.
    Der Vorteil ist ausserdem noch, dass ich in 5 Minuten Alles im Rucksack haben könnte und “ auf und davon“ könnte, das ist ein supergutes Gefühl…..
    Da ja immer gerne mit Zahlen oder mit diesem “ unter 100″ Sachen- Ding hier jongliert wird hier noch meine Zahl der Dinge: 30!! Und mir fehlt nichts.Achso, und klar nutze ich Internet und “ Digitales“, allerdings ebenfalls sehr reduziert und mit Bedacht…..so, soviel zu meinem persönlichen Minimalismus…..Robert

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