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Aus Sodom und Gomorra wird ein Paradies – Vang Vieng

Aus Sodom und Gomorra wird ein Paradies – Vang Vieng

Noch vor wenigen Jahren war Vang Vieng die Party Hochburg Nummer 1. in Laos. Partywütige aus aller Welt pilgerten in die Kleinstadt um unter Einfluss diverser Drogen die Sau raus zu lassen. Heute ist alles anders! Warum das so ist, und weshalb Vang Vieng trotzdem oder gerade deshalb ein atemberaubendes Reiseziel ist, erfährst du in diesem Reisebericht.

Vang Vieng – was ist passiert?

Vang Vieng war für einige Zeit mehr oder weniger ein rechtsfreier Raum. Hier zelebrierten die meist jungen Touristen ihre Drogenexzesse und tobten sich ungezügelt im Nam Kong Fluss aus. Es gab reichlich Tode, egal ob ertrunken oder beim Sprung ins Wasser tödlich verletzt.

Irgendwann hat die laotische Regierung beschlossen dem ganzen ein Ende zu setzen und lies die Bars am Wasser schließen. Auch gegen Drogen ging sie strikt vor und das Ergebnis war: die jungen Feiertouristen suchten sich eine neue Partyhochburg.

Bei YouTube gibt es noch diverse Videos aus der vergangenen Zeit, so zum Beispiel „Tubing in Laos (and the broken skull)“:

Heute ist Vang Vieng fokussiert auf den Tourismus für Naturliebhaber. Die Landschaft mit ihren Karstgebirgen, den zig Höhlen und Wasserfällen ist nämlich ein wahres Paradies. Tuben kann man immer noch ist aber lange nicht mehr so gefährlich wie damals.

Vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan?

Nicht ganz – die Stadt selbst ist leider nach wie vor nicht schön anzusehen. Teilweise erinnert sie an eine Geisterstadt, da es zig Restaurants, Bars und Kneipen gibt die auf die damaligen Massen an Touristen angepasst waren. Heute sind 90% der Lokalitäten nicht besucht und die einzigen die an den zig Tischen sitzen sind die Besitzer, die darauf hoffen, dass sich mal ein Kunde in ihr Lokal verirrt.

Andere wiederum haben sich den neuen Tatsachen angepasst und verdienen nun ihr Geld mit Trekking Touren oder dem Verleih von Mountainbikes.

So hässlich die Stadt ist, so wunderschön ist das Umland. Vom Balkon meines Gästehauses habe ich dieses Bild geschossen – es lässt aber nur erahnen, was es alles hinter dem Nam Kong zu entdecken gibt:

Panorama - Vang Vieng

Entdeckerdrang

Gleich neben meinem Gästehaus hatte Mr. Nock seinen kleinen Laden samt Roller und Fahrrad Verleih. Ich hatte geplant einen Tag per Roller durch die Natur zu düsen um Höhlen zu erforschen und Wasserfälle zu bewundern. Nachdem ich mit Mr. Nock die Umstände besprochen hatte, drückte er mir eine liebevoll, selbstgezeichnete Karte in die Hand, gab mir den Schlüssel für den Roller und verabschiedete sich mit dem typisch laotischen Lächeln.

Auf der Karte ist auch der Standort des Roller/Fahrradverleihs von Mr. Nock eingezeichnet:

Karte von Vang Vieng

Auf gehts! 🙂

Leider nein.

Es begann plötzlich in Strömen zu regnen.

Ich suchte für mich und meinen Roller etwas Schutz in einer kleinen Garküche und ärgerte mich, dass es genau heute regnen musste.

Regen in Vang Vieng

Irgendwann erbarmte sich der Wettergott und aus dem Nichts kam die Sonne wieder zurück.

Voller Vorfreude auf den plötzlichen Klimawandel sprang ich auf meinen Roller, fuhr über die Brücke und lies Vang Vieng hinter mir.

Teils befestigte Straßen wichen erdigen, mit Schlaglöchern und Pfützen getränkten Wegen. Den Hindernisparkour meisterte ich erfolgreich und blieb auch gleich stehen um mein erstes Bild in dieser wunderschönen Gegend zu schießen:

Karstberge

Als erstes sollte es zum entferntesten Punkt meiner Karte gehen. Dem beliebten Ausflugsziel: Blue Lagoon. Die 7 km vergingen wie im Fluge und nach dem bezahlen des Eintrittsgeldes, durfte ich auf den Parkplatz fahren.

Etwas skeptisch betrachtete ich das Wasser direkt am Parkplatz. Das ist die Blue Lagoon?

Eingeschlossen von Rollern, Autos, Fressbuden, Tischen und einer Toilette? Schade.

Sichtlich enttäuscht hatte ich Mühe ein Foto zu machen, ohne das Umfeld mit abzulichten.

Blue Lagoon in Vang Vieng

Aber zum Glück war noch eine Höhle vor Ort und nach dem ersteigen des Eingangs hatte ich die Enttäuschung schon wieder vergessen. Ausgestattet mit einer Stirnlampe konnte man die Höhle frei erkunden und es machte richtig viel Spaß auf Entdeckungstour zu gehen:

Weiter gehts

Auf dem Hinweg zur Blue Lagoon waren mir schon die Schilder aufgefallen, welche auf die anderen Höhlen aufmerksam machten. Mein Plan war also, auf dem Rückweg die ganzen Abzweigungen zu nehmen.

Schon der Weg zu einzelnen Höhlen war ein Besuch wert:

Weg zur Höhle

Das tolle war auch, dass sich die einzelnen Höhlen sehr voneinander unterschieden. Die eine war recht eng und verwinkelt, während eine andere mit riesigen Räumen und meterlangen Stalaktiten beeindruckte.

Höhle 4

Eine andere Höhle hatte wiederum einen kleinen, kristallklaren Tümpel vor dem Eingang in dem auch ein paar Fische zu sehen waren.

Tümpel

Wir waren nicht die einzigen Besucher der Höhle. Immer mal wieder gab es handflächengroße Spinnen die an der Decke über einem hingen. Diese dürften sicherlich bei dem ein oder anderen Tourist für panische Schreie gesorgt haben, da in den stockdunklen Höhlen der Überraschungseffekt sehr hoch ist. Der einzige Lichtkegel kommt nämlich von deiner Stirnlampe. 😀

Spinne

Das Licht der Lampe brachte auch immer mal wieder Mineralien zum glitzern, was einen magischen Eindruck auf mich machte:

Kristalle im Stein

Leider geht auch ein Tag wie dieser irgendwann einmal zu Ende. Voller schöner Erinnerungen machte ich mich gegen Abend auf den Weg zurück in die Stadt.

Wo am frühen Abend vor einigen Jahren noch die Schnapsleichen auf den Gehwegen herumtorkelten und die wummernden Bässe die Idylle zerstörten, geht heutzutage der Abend fast schon kitschig zu Ende.

Sonnenuntergang am Fluss, ein vorbei schwebender Ballon, asiatische Lovesongs im Hintergrund und das Zirpen der Grillen. 🙂

Sonnenuntergang

SO – UND JETZT?

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