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Eco-Trek Tag 1: Für ein paar Kröten
Eco Trek - Tag 1

Eco-Trek Tag 1: Für ein paar Kröten

Voller Vorfreude meldete ich mich in Chiang Mai zu einem Eco-Trekking an. Drei Tage durch den Dschungel – geil! Wir durchquerten Reisfelder, verscheuchten Kühe und bekamen eine Bleibe bei der Familie eines Bergstammes.
Und das alles für ein paar Kröten? Ja, mehr oder weniger. Warum erfährst du in diesem Artikel.

Meine sieben Sachen

Früh morgens klingelte mein Wecker. Ich wischte mir den Schlaf aus den Augen und sprang unter die Dusche. Mir kam es entgegen, dass die Dusche ausschließlich kaltes Wasser zuließ. So blieb mir gar nichts anderes übrig, als schnell wach zu werden. 🙂

Mit meinem sieben Sachen wurde ich direkt vor meiner Unterkunft abgeholt. Nur mit dem nötigsten bepackt, machten wir uns auf den Weg Richtung der Grenze von Myanmar. Mein Eco-Trek war eine dreistündige Fahrtzeit von Chiang Mai entfernt und befand sich in einem Nationalpark im Nord-Westen Thailands.

INFO: In Chiang Mai werden sehr viele Eco-Trekking Touren angeboten. Doch nicht überall wo „Eco“ drauf steht ist auch Eco drin. Ganz im Gegenteil: Opiumkonsum, duschen im Wasserfall und falscher Umgang mit den Bergstämmen sind alles andere als gut.

Nähere Informationen findes du hier:
Trekking in Chiang Mai – eine kritische Betrachtung

Ein kleines Schläfchen später, kamen wir auch schon in unserem Van an.
Vor uns breiteten sich die Berge aus, die durchgängig mit sattem grün überzogen waren. Dadurch glich ein Berg wie der andere und der Horizont verschluckte sie, ohne dass man ein Ende erahnen konnte. Der Blick reicht hier übrigens teilweise bis nach Myanmar!

Wir durchquerten ein paar Dörfer der Bergstämme. Unser Reiseführer hatte eine persönliche Beziehung zu einigen Einwohner und so wurden wir immer mal wieder eingeladen Platz zu nehmen und ein bisschen zu verweilen. Besonders spannend war ein älterer Mann, der mit seiner offenen Art und seinen rot gefärbten Zähnen beeindruckte. Er lud uns auf einen selbst gebrannten Whiskey ein, der es wirklich in sich hatte. 😀
Doch warum hatte er rote Zähne?

Diese unausgesprochene Frage, beantwortete er selbst. Ein Schwall, tiefstes Thai prasselte auf uns nieder, während er zwischendurch immer mal wieder auf seine Zähne deutete. Dank unseres Reiseführers verstanden wir bald worum es ging.
Die roten Zähne kommen von einem Gemisch aus Gewürzen, Blättern und Wurzelstücken. Diese Dinge werden Stückchen weise zurecht geschnitten und im Mund verstaut, wo dann eine längere Zeit darauf rumgekaut wird. Der Grund dafür ist die Zahnpflege. Es ist ein ursprüngliches Reinigungsritual der Bergstämme – Zahnpasta gibt es dort ja noch nicht so lange. 😉

Der alte Mann kramte einen alten Beutel hervor und reichte uns diese Zutaten zum probieren. Lecker ist etwas anderes, aber hey …. Zahnpasta schmeckt auch nicht nach Schokolade.

Unsere Familie

Weiter ging der Trek. Vorbei an stillgelegten Reisfeldern, welche auf die nächste Regenzeit warten und an Reisfelder, die gerade neu angelegt wurden.

Reisfelder

Wir verscheuchten ein paar Kühe, die Gras mampfend auf unserem Weg standen und überlebten die Spinnen, die in ihren Nestern auf Beute warteten:

Spinne

Dann stoppten wir bei dem Haus des Kuhhirten. Er war sichtlich begeistert von meinem Koi-Tattoo (damit sollte er nicht der letzte bleiben), so zeigte er mir auch gleich seine Tattoos, die seinen ganzen Körper zierten. Die Sonne, die Stechart und letztendlich auch die Qualität der Farben, sorgte bei den Tattoos der Bergstämme dafür, dass sie schon recht verschwommen waren.

Toll wenn mein Tattoo als Eisbrecher herhält und dem interkulturellen Austausch dient. 🙂

Ein paar Meter weiter über dem Meeresspiegel erreichten wir ein größeres Dorf. Es war unsere Endstation für den ersten Tag.
Hier im Dorf begrüßten uns die Einwohner und die Familie, die uns bei sich aufnahm.

Unser Zuhause für eine Nacht:
unser Haus

Wir saßen „gemütlich“ auf den Holzbrettern um die Feuerstelle herum und fingen an das Essen zuzubereiten. Plötzlich erspähte unser Reiseführer eine Stange über der Feuerstelle, an der etwas undefinierbares aufgespießt war. Er griff die Stange und zeigt sie uns.
Es waren geräucherte und getrocknete Kröten, deren Haut entfernt wurde.
Die Bergstämme fangen die Kröten am Fluss und nutzen sie zur Verfeinerung von Suppen.
Für Europäer ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, auch wenn z.B. Froschschenkel bei uns als Delikatesse gelten.

Nach unserem leckeren Essen und etwas Thai-Whiskey schliefen wir ein. Nach dem langen Marsch musste ich nicht einmal Schafe zählen. 🙂

3 Tage Eco Trek. Weiterlesen unter:

Eco Trek – Tag 2
Eco Trek – Tag 3

SO – UND JETZT?

Weiterlesen

Trekking in Nordthailand hat leider auch seine Schattenseiten.

Ausbeutung und Drogen sind nur ein Teil davon. Mehr erfährst du hier: Trekking in Chiang Mai – eine kritische Betrachtung

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6 Kommentare

  1. Hallo Simon!

    Hab begeisert Deinen Artikel über die Trekking-Tour gelesen. Echt spannend!

    Und á propos Myanmar: Gerade gestern war ich in einer Ausstellung im Linden-Museum in Stuttgart über jenes Land – mit viel Gold, Buddha-Statuen, wundervollen rituell-religiösen Trachten, mysteriösen Musikinstrumenten (z.B. die Krokodils-Zither…) u.v.m. Auch die Schrift hat etwas an sich, natürlich die vielen Tempel, die prächtige Landschaft….

    Gruß, Frank

    • Danke für dein Kommentar 🙂
      Das Trekking war auch echt super!

      Myanmar steht auch auf meiner ToDo Liste. Bis ich aber dort ankomme, vergehen noch ein paar Monate.

      Beste Grüße Simon

  2. Hallo Simon, möchtest du verraten worüber du Die Tour gebucht hattest und weißt du vllt sogar noch ob es auch eine 1 oder 2 Tagestour gibt ? 🙂

    Hört sich super an! Danke 🙂

  3. Hallo Simon,
    ich gehe im Januar nach Thailand und habe auch diese 3-Tages-Tour von Pooh Eco Trekking gefunden. Meine Frage: Wie früh vorher hast du diese gebucht? Ich habe öfter gehört, dass die 3Tagestour schon ausgebucht sind. 🙁
    Und muss man im Vorhinein schon eine Gruppe von Leuten zusammen suchen oder kann man sich auch zu zweit anmelden? Denn auf der Website steht: je mehr Leute, umso billiger.
    Freu mich über eine Antwort !! 🙂
    Grüße Elena

    • Hallo Elena, meine Tour habe ich zwei Tage vor Ort gebucht. War kein Problem. Aber das kann natürlich je nach Saison oder Tour anders sein, vielleicht schreibst du die einfach mal an?
      Du kannst dich sicher auch alleine dort anmelden, brauchst also keine Gruppe zusammen suchen.

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