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Good Morning, Vietnam

Good Morning, Vietnam

Abgehoben in Laos und angekommen in Vietnam. Die Stadt Hanoi ist mein Ziel und hier wollte ich einen längeren Aufenthalt einplanen um an ein paar Projekten zu arbeiten. Begleite mich in diesem Artikel bei meiner Ankunft in Hanoi, erfahre meine ersten Erlebnisse und die gewaltigen Gefühle die einem diese Stadt geben kann.

Abheben

Gegen Mittag stieg ich in meinen Flieger in Vientiane, Laos. Es war sonnig und ich fuhr mit einem gut gelaunten Tuk Tuk Fahrer Richtung Flughafen. Wir ließen uns mit dem überschaubaren Verkehr leiten und erreichten den Flughafen ohne negative Vorkommnisse.

Die Zeit vom Abflug bis zur Landung in Hanoi ging so schnell rum, als wäre es ein Katzensprung gewesen. Gerade noch im entspannten Laos, war ich nun in der Millionen Metropole Hanoi angekommen.

Meine ersten Gedanken

Auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt, stachen mir sofort die Gebäude ins Auge. Sie versprühten einen ganz besonderen Charme und die westlichen Einflüsse waren stark sichtbar. Selten hatte ich einen so extremen Mix aus östlicher Bauart und westlicher Moderne gesehen. Die Gebäude waren meist mehrere Stockwerke hoch, aber so schmal wie eine Bushaltestelle. Gerade mal eine Türe und hin und wieder ein Fenster fanden Platz an der Frontseite. Stattdessen erstreckten sich die Gebäude unglaublich in die Tiefe. Wie ich später erfahren hatte, waren die Grundstückspreise der Grund für diese Bauform. Man bezahlt vor allem für die Fläche, die zur Straße steht. War diese sehr breit, war der Grundstückspreis entsprechend hoch. Die Tiefe und Höhe des Hauses, spielt also eine untergeordnete Rolle.  

Hanoi Straße

Meine ersten Gefühle

In mir machte sich eine große Vorfreude breit. Es galt wieder einmal eine ganz neue Stadt zu entdecken. Neues Land, neue Kultur, neue Menschen. Mittlerweile war ich süchtig nach dieser Erfahrung. Ich war süchtig zu erfahren, welche Eigenheiten auf mich warten, welche tollen Menschen ich kennen lernen werde und welchen Vibe diese Stadt so ausmacht. Ich war süchtig…. wie ein Junkie auf der Suche nach dem nächsten Schuss. Dem nächsten großen Input an Gefühlen die einem ein neues Land geben kann. Und gleichzeitig auf der Suche, durch meinen langen Aufenthalt, die Stadt ein großes Stück tiefer und intensiver kennen zu lernen als Touristen auf Durchreise. Meine Gedanken spielten verrückt. Was soll ich als erstes machen?

  • die Stadt zu Fuß erkunden?
  • die beliebtesten Street Food Köstlichkeiten durchtesten?
  • eine geplante Tour machen?
  • erst einmal entspannen und einen der populären vietnamesischen Kaffees trinken gehen?
  • … oder …?

Alter Baum im Old Quarter

Ernüchterung

Die ersten Schritte waren, wie damals in Bangkok, eher unsicher und zögerlich. Schnell war ich von der Stadt überrollt worden. Die plötzliche Hektik, die vielen Geräusche, das Gewusel und die nicht enden wollende Menge an Rollerfahrer überforderten meine Synapsen. In Laos war alles deutlich entspannter. Selbst die Hauptstadt Vientiane kam gemütlich daher. Ich wurde nun ins kalte Wasser geworfen und es brauchte ein paar Tage bis ich mich an die neue Umgebung gewöhnen konnte.

  schmale Häuser in Hanoi

Typisch Hanoi: der Verkehr

Das erste was einem in Hanoi auffällt, ist der extreme Verkehr. Die tausende Roller, die sich scheinbar unkontrolliert durch die Straßen drücken. Querbeet wird gefahren, begleitet vom Klang unterschiedlicher Hupen. Ich habe in meinem Leben noch nie solch kuriosen Hupgeräusche gehört und vor allem nicht alle zur selben Zeit. Und doch folgt der Verkehr einem bestimmten System. Das Hupen der Rollerfahrer ist eine nette Geste und sorgt für Orientierung. Zwei mal Hupen bedeutet da z.B. „Vorsicht, ich überhole links von dir“. Die Hupe wird also ganz anders genutzt, als sie bei uns in Deutschland genutzt wird. Irgendwie scheint es zu funktionieren! Ich habe bis jetzt noch keinen einzigen Unfall miterlebt!

Als Fußgänger, der auf die andere Straßenseite möchte, gleicht es erst einmal einem Abenteuer. Ampeln gibt es fast nicht und Zebrastreifen werden erst gar nicht beachtet.

Also was tun?

Es klingt einfacher als es ist: einfach laufen!
🙂

Sei mutig und fange einfach an zur anderen Straßenseite zu laufen. Am besten du schaust beim laufen nicht nach links oder rechts, sonst besteht die Gefahr in eine Schockstarre zu fallen. 😀 Den größten Fehler den du machen kannst ist, stehen zu bleiben. Dann können dich die Rollerfahrer nicht mehr einschätzen und das sorgt dafür, dass der Flow der Straße ins stocken kommt. Also: einfach los laufen, nicht stehen bleiben und du wirst wohlbehalten auf der anderen Straßenseite ankommen.

Typisch Hanoi: die Cafes

Hanoi lebt von seiner großartigen Cafe-Szene. An jeder Ecke und in jedem Winkel versteckt sich ein Cafe. Man kommt nicht an ihnen vorbei, ohne mindestens einmal das schmackhafte Braun über die Zunge fließen zu lassen.
Die Cafes erstrahlen in allen möglichen Formen und Farben, Größen und Formen. Es gibt die großen Cafes, über mehrere Stockwerke angelegte Oasen der Entspannung. Es gibt die kleinen Eckcafes mit nicht mehr als 5 Sitzplätzen. Es gibt Cafes die nur aus einem langen Gang und kleinen Plastikhockern bestehen. Und es gibt Cafes auf Rädern – Fahrradfahrer, die vom Rad aus frisch gebrühten Cafe verkaufen.

Mein favorisierter Kaffee ist: vietnamesischer Kaffee auf Eiswürfel, mit einem guten Schuss dickflüssiger Kondensmilch. Der Cafe hat eine herbe, schokoladige Note und ist relativ stark. Die Kondensmilch ist dickflüssig und vermischt mit dem Cafe sorgt sie für etwas süße und einem creamy-taste. Super lecker und musst du unbedingt probieren, wenn du in Hanoi bist!

typisches kleines Cafe in Hanoi

Typisch Hanoi: die Einkaufsstraßen

Ich lief die Straßen in Hanoi ab. Schnell viel mir auf, dass die Straßen eine thematische Prägung hatten. Je nach Ausrichtung, konzentrieren sich die lokalen Läden auf ein bestimmtes Sortiment.

Da gibt es z.B. Straßen, deren Läden alle möglichen Kunststoff Behältnisse im Angebot hatten. Angefangen von großen Kisten bis hin zu Tupperware ähnlichen Aufbewahrungsmitteln. Eine andere Straße konzentrierte sich auf Gewürze und Tee und eine Ecke weiter hat jeder Laden diverse Ventilatoren zum Verkauf.

Es benötigt seine Zeit, bis man sich an die Stadt gewöhnt hat. Zu sehr unterscheidet sie sich von westlichen Städten. Zu stark ist hier noch das ursprüngliche Leben der Vietnamesen präsent, als dass sie ähnlich wie z.B. Bangkok, für Besucher leicht greifbar ist.
Ich gebe der Stadt gerne die Chance mich zu überzeugen. Auch wenn sie es nicht nötig hat, denn sie überzeugt von Anfang an mit einem polarisierenden Charme, der einen abschreckt und gleichzeitig anzieht.

Ich bin gespannt. Werde ich in ein paar Wochen Hanoi lieben oder hassen? 🙂

SO – UND JETZT?

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Ankommen in einem neuen Land ist immer ein magischer moment.

Erfahre wie ich in Bangkok angekommen bin und was ich dabei gefühlt habe: Abheben und Ankommen in Bangkok

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Über Simon

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2 Kommentare

  1. Hey Simon,

    cooler Artikel 😉

    Ich freue mich, dass dir Hanoi trotz anfänglicher Startschwierigkeiten so gefällt. Ich bin schon seit ca. 8 Monaten hier und immer noch von dem von dir beschriebenen Charme verzaubert! Ich liebe das chaotische Leben hier und komme super mit den meist sehr freundlichen Vietnamesen zurecht.

    Einen kleine Anmerkung habe ich jedoch: Nach meiner Erfahrung ist „einfach nur über die Straße laufen“ nicht immer die beste Variante in Hanoi.

    Ein langsames, aber bestimmtes Überqueren der Straße macht mehr Sinn. Das heißt nicht, dass du gar nicht stoppen darfst, manchmal musst du das. Was du beschreibst gilt nämlich nur für Motorräder, nicht für alles, was größer als diese ist. Ein Bus oder LKW wird nämlich nicht einfach sanft um dich herum fahren (das können die im dichten Verkehr auch nicht).

    Es stimmt allerdings, dass Motorradfahrer – wie ich auch – darauf eingestellt sind, wenn Fußgänger die Straße „straight“ überqueren. Wer plötzlich stehen bleibt, verwirrt alle und erzeugt so Chaos und Unfallrisiken. Gucken würde ich übrigens auch immer empfehlen 😉

    PS: Bist du eigentlich noch hier? Falls ja und du Bock hast, wir könnten uns mal treffen. Ich habe hier einen Scooter und bin recht mobil. Sag einfach mal Bescheid 😉

    Viele Grüße,
    Etienne

    • Hey Etienne, danke für deine Ergänzung bezüglich „die-Kunst-die-Straße-in-Hanoi-zu-überqueren“ 😀
      Ganz kopflos und mit Scheuklappen sollte man die Straße nicht überqueren. Da hast du Recht!

      Grüße Simon
      P.S. ja bin noch hier, schreib mich doch einfach mal auf Facebook an.

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