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Koh Phayam – Thailand vor 10 Jahren
Koh Phayam

Koh Phayam – Thailand vor 10 Jahren

Nur der Suchende kann der Findende sein. Mit diesen Worten im Gepäck, machte ich mich auf, mein Idyll in Thailand zu suchen. Angekommen auf einer traumhaften kleinen Insel – versinkend im Thailand der 90er Jahre.

Eine Thailänderin gab mir den Tipp diese Insel zu besuchen. Nachzulesen in meinem Artikel Im Bus nach Ranong.

Angekommen in Ranong, legte ich noch eine kurze Verschnaufpause ein bevor ich mein Ziel erreichen sollte.

Koh Phayam – ohne Auto durchs Paradies

In der Highseason zwischen November und März stechen mehrmals täglich die Boote nach Koh Phayam auf.

Schon morgens war am Hafen ein reges Treiben aufzufinden. Aber wie es der Mentalität der Thais entspricht, versteht man darunter auch nur die zwanzigprozentige Beteiligung an den Arbeiten des Tages. Die Schiffe wurden dennoch beladen.

Per Speedboat waren es gerade einmal 45 Minuten bis zur Insel. Der Geruch des Meeres, der Ritt auf den Wellen und das Wasser, schlagend gegen den Rumpf des Bootes – ein Genuss für die Sinne!

Mich empfing ein kleiner Landungssteg. Nur wenige Boote ankerten vor den Toren Koh Phayams. Wunderbar.
Mit mir stiegen noch etwa 7 andere Besucher aus dem Boot und selbst der Ausstieg gelang nur mit der reichenden Hand eines Hafenarbeiters.

Die Insel bietet nur einfache, schmale Straßen. Und von diesen findet man auch nur wenige. Und Autos? Gibt es hier nicht!
Fortbewegungsmittel sind hier Fahrräder und vor allem Roller. Die Insel ist so klein, dass man sein Ziel auch mit einer kleinen Wanderung erreichen kann.
Diesem Umstand hat man eine unglaublich ruhige und gemütliche Insel zu verdanken.

Koh Phayam und seine Nachbarinsel Koh Chang spiegelt ein Thailand wie vor 10 Jahren wieder. Viele Thais leben hier noch in klassischen und einfachen Behausungen.

Zum Glück hat man sich auch bei den Unterkünften der Touristen daran orientiert. Fast alle Resorts bieten ausschließlich schmucke, kleine Bungalows auf Holzstützen an.
Ich verbrachte ein paar sehr erholsame Tage in einem Bungalow Resort mit dem Namen Vijit.
Direkt am Wasser und mit einer überschaubaren Anzahl an Touristen, entwickelte sich der Aufenthalt zu einem perfekten Kontrastprogramm zu Bangkok. Entspannung pur war angesagt.

Auf Abwegen

Den Großstadtdschungel verlassen, aber in einem neuen Dschungel angekommen!

Von weitem gleicht Koh Phayam einem grünen Berg der stolz aus dem Wasser ragt. Die Insel ist wunderbar bewaldet, sodass der dichte Dschungel es unmöglich macht alle Teile der Insel erreichen zu können.

Mit dem nötigsten bepackt, erkundete ich das grüne Paradies. Richtung Norden sollte es gehen. Eine kleine Karte begleitete mich und ich wollte unbedingt den kleinen Strand sehen, der sich hinter einem großen Berg versteckte.

Ich genoss jeden Schritt und lies mich von der Umgebung faszinieren. Neben dem Weg glich der Dschungel manchmal wie eine undurchdringliche Mauer. Man hörte Vögel singen und Tiere rascheln. Ungewiss was mich erwarten sollte, begab ich mich auf Abwegen.
Ein kleiner Pfad trennte die dichte Bewaldung. Neugierde machte sich breit und ich wagte die ersten Schritte auf diesen Weg in den Dschungel.

Ausser mir waren noch andere unterwegs. Eine Ameisenstraße begleitete mich. Der Erfolg war sichtbar. In regelmäßigen Abständen sah man ihre wehrlose Beute auf dem Sand liegen und die Ameisen sorgten für ihren fachmännischen Abtransport.

Mich faszinierte die Tierwelt der Insel. Im Gebüsch entdeckte ich frei lebende Affen, die nicht gerade zutraulich waren. Sie bearbeiteten Nüsse mit einem Stein um sie öffnen zu können.

Die Strände waren atemberaubend. Quitschend verdrängten meine Füße den feinen Sand. Hin und wieder waren ein paar andere Touristen am Wasser anzutreffen, aber meistens teilte ich den Strand mit Hunden, die es sich in kleinen Kuhlen bequem machten.

Wissenswertes zu Koh Phayam

Ausser dem beschaulichen Alltag der Insel, bietet sie dennoch auch Platz für Tanz und Gesang. Mehrere kleine Bars am Strand laden ein zu Live Musik und Feuershows die die Nacht zum Tag werden zu lassen. Hypnotisch zieht das Feuer der Fackeln seine Spuren in den nächtlichen Himmel. Eingetaucht im gedimmten Licht sitzen die Besucher der Bars auf dem Sand und die Stimmung hat eine familiäre Nähe, die man auf anderen beliebten Partyinseln schon lange vermisst.

Es ist fast alles erlaubt auf der Insel. Dennoch scheinen die Besucher sehr rücksichtsvoll mit ihr umzugehen. Das mag womöglich auch am Publikum liegen. Die Insel zieht eher entspannte Hippies, Aussteiger und Backpacker mit dem Ziel nach Ruhe an, anstatt die pöbelnden Sauftouristen Pattayas.

Manchmal strömt auch ein süßlicher Geruch von Cannabis durch die Luft, was der entspannten Atmosphäre sicherlich keinen Abbruch verschafft.

INFO: In Thailand ist Cannabis verboten und der Besitz und Konsum wird mit Freiheitsstrafe geandet. Der Verkauf von Cannabis ist mit der Todesstrafe versehen. Ich muss also jedem abraten in Thailand mit Cannabis in Berührung zu kommen. Alles andere wäre an dieser Stelle unverantwortlich. Aber wie die Thais so gerne sagen „Its up to you“.

Die Zeit verfliegt auf der Insel wie im nu – Stunden, Tage, Wochen, Monate …. man vergisst sehr schnell. Wenn man genug hat von schwimmen, spazieren gehen und Sonnen am Strand, kann man eine der vielen Tauch- oder Schnorcheltouren wahrnehmen. Ausserdem werden Kayak Touren angeboten, die einen tief in die Wasserkanäle der Insel vordringen lassen.

Wer es noch ein wenig natürlicher haben möchte, kann die Nachbarinsel Koh Chang ansteuern. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Insel in der Provinz Trat!
Koh Chang ist noch weniger erschlossen als Koh Phayam und bietet Naturliebhabern die Nähe zur Natur, wie man sie sonst selten finden kann. Die Bungalows besitzen oft gar keinen Strom oder er ist nur zeitlich begrenzt.

Vielleicht schaue ich mir diese Insel auch einmal an.

Meine Insel ist auch sehr naturbelassen, aber auch auf Koh Phayam dreht sich die Uhr schneller als einem lieb sein kann. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch hier luxuriösere Ressorts und der Massentourismus breit machen.
Noch steckt Koh Phayam im letzten Jahrzent fest und ist damit vielleicht eine der letzten Inseln Thailands die einem diese Atmosphäre bieten kann. Es liegt an uns – nicht zuletzt auch den Backpackern – dass das so bleibt!

SO – UND JETZT?

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Du suchst gerne die entspannten Ecken – abseits der bekannten Ziele von Touristen?

Ich war auf einem Foodmarket in Bangkok, der ganz deinen Ansprüchen gerecht wird: Thai Markt ohne Touristen

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4 Kommentare

  1. Hallo Simon,
    toller Bericht über Koh Phayam !!
    Wir sind auch auf der Insel hängen geblieben.
    Statt 1 Nacht sind wir ne ganze Woche dort geblieben und haben die Ruhe und leeren Strände einfach genossen !!!

    Viele Grüße
    Bibo & Tanja

  2. Oh wie ich die Insel vermisse, ich zähle schon die Tage! Ich hab auf meinem Blog auch einen Beitrag über Phayam und ich habe jetzt auch schon vermehrt bei anderen Bloggern gelesen. Bin gespannt wie sich die Insel entwickelt, momentan ist sie noch traumhaft!!

    Lg
    Tobias

    • Ja, ich hoffe, dass sie bei meinem nächsten Besuch noch diese Stimmung besitzt. Aber als ich dort war wurden einige Bungalows gebaut, vor allem im Inland.
      Man wird sehen…

      Beste Grüße
      Simon

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